Bei erblich bedingtem erhöhtem Risiko für Eierstockkrebs

Nachricht vom 11.6.2025

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Die vorsorgliche Entfernung der Eierstöcke hat für Frauen mit BRCA-Mutationen und Brustkrebs in der Vorgeschichte offenbar keine nachteiligen Langzeitfolgen, aber kann vermutlich Leben retten.

Frauen, bei denen Veränderungen, genetische Mutationen, in den sogenannten BRCA1/2-Genen nachgewiesen werden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Um das Risiko für Eierstockkrebs zu verringern, wird Frauen, die diese Mutationen tragen und bereits an Brustkrebs erkrankt sind, eine beidseitige Entfernung der Eierstöcke empfohlen. Die Ergebnisse einer Studie deuten an, dass sich dies vorteilhaft auswirkt, ohne dass ein erhöhtes Risiko für negative Langzeitfolgen nachweisbar wäre. Dies geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Lancet Oncology hervor.

In der Studie wurden die Daten von Frauen im Alter von 20 bis 75 Jahren aus einer Datenbank ausgewertet. Sie waren in den Jahren 1995 bis 2019 an Brustkrebs erkrankt. 1.674 Frauen wiesen Mutationen im BRCA1-Gen auf, 1.740 Frauen im BRCA2-Gen und neun Frauen Mutationen in beiden Genen. Ein Teil der Frauen ließ sich wegen des erhöhten Risikos auch für Eierstockkrebs die beiden Eierstöcke entfernen. Dieser vorbeugende Eingriff brachte Überlebensvorteile: Die betroffenen Frauen hatten ein geringeres Risiko zu versterben. Dies galt unabhängig davon, in welchem der beiden BRCA-Gene Mutationen vorlagen. Auch die brustkrebsspezifische Sterblichkeit verringerte sich infolge des Eingriffs.

Gleichzeitig war die beidseitige Entfernung der Eierstöcke nicht mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen der Hirngefäße oder Depression verbunden, auch die nicht-brustkrebsbezogene Sterblichkeit und das Risiko für Krebs der zweiten Brust waren nicht erhöht. 

Offenbar profitieren Frauen mit BRCA1-/2-Mutationen, die bereits an Brustkrebs erkrankt waren, davon, wenn sie sich vorsorglich die beiden Eierstöcke entfernen lassen, um nicht an Eierstockkrebs zu erkranken. Ein erhöhtes Risiko für nachteilige langfristige Gesundheitsfolgen besteht dabei laut dieser Studie nicht, so die Einschätzung im Bericht.

 

Quelle:

Hassan H et al. Long-term health outcomes of bilateral salpingooophorectomy in BRCA1 and BRCA2 pathogenic variant carriers with personal history of breast cancer: a retrospectivecohort study using linked electronic health records. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. Mai 2025, https://doi.org/10.1016/S1470-2045(25)00156-1

(KvK)

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