Immuntherapie bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im klinischen Alltag

Nachricht vom 6.6.2025

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Die Immuntherapie mit Checkpointblockern funktioniert auch im realen klinischen Alltag und bringt den Betroffenen Überlebensvorteile.

Die Therapie in klinischen Studien, in die Erkrankte nach vorgegebenen Kriterien aufgenommen werden, und die Behandlung im normalen klinischen Alltag sind zwei verschiedene Dinge, die nicht zwangsläufig zu gleichen Ergebnissen führen, aber manchmal schon. Neue Beobachtungsdaten aus Schweden in der Fachzeitschrift Acta Oncologica zeigen, dass die Erstlinienbehandlung mit Immuncheckpoint-PD1- oder Immuncheckpoint-PD-L1-Hemmern bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im realen klinischen Alltag ähnlich gute Behandlungsergebnisse erzeugt wie in klinischen Studien.

Die analysierten Daten stammten aus dem Schwedischen Nationalen Lungenkrebsregister. Ermittelt wurden erwachsene Personen, die an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium IIIB-IV erkrankt waren. Eine Operation war bei ihnen nicht mehr möglich, weshalb sie in der Erstbehandlung eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie erhalten sollten. 784 Personen erhielten eine Immuntherapie mit einem PD1- oder PD-L1-Blocker, und 369 erhielten eine Kombinationstherapie, in der Immuncheckpointblocker enthalten waren.

Die Kombinationstherapien führten in allen untersuchten Untergruppen zu besseren Behandlungsergebnissen als die alleinige Immuntherapie. Auch profitierten Personen, bei denen der Tumor nachweislich viel PD-L1, also den Angriffspunkt von PD1/PD-L1-Blockern, bildete, mehr von der Immuntherapie – hier waren die Raten des Überlebens, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und die Gesamtüberlebensraten sowohl unter der alleinigen als auch unter der Kombinationstherapie am besten.

Die in dieser Untersuchung ermittelten Ergebnisse der Erstlinientherapie mit PD1/PD-L1-basierten Therapieregimen im realen klinischen Alltag stimmen mit denen aus klinischen Studie weitgehend überein, so die Zusammenfassung im Studienbericht. Auch bei Personen, deren allgemeiner Gesundheitszustand aufgrund von zum Beispiel Begleiterkrankungen eingeschränkt war, konnten moderate Gesamtüberlebensraten festgestellt werden. Weitere Untersuchungen zu den verschiedenen Untergruppen seien notwendig, um die jeweils besten Therapieregime für den klinischen Alltag zu ermitteln.

 

Quelle:

Wagenius G et al. Long-term real-world outcomes of first-line immunotherapy in non-small cell lung cancer – a population-based cohort study in Sweden. Acta Oncologica 2025, 64: DOI: https://doi.org/10.2340/1651-226X.2025.42746

 

(KvK)

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