Lungenkrebs: Neues Screening für starke Raucherinnen und Raucher ab 1. April 2026

An Lungenkrebs sterben in Deutschland jedes Jahr ungefähr 45.000 Menschen. Ein Grund hierfür ist, dass nur etwa 15 % der Fälle in einem frühen Stadium, in dem eine Heilung noch möglich ist, entdeckt werden. Da Rauchen der wichtigste Risikofaktor ist, richtet sich ein neues Früherkennungsprogramm gezielt an Menschen mit langjährigem Zigarettenkonsum.

Neues Screeningprogramm ab 1. April 2026

Ab dem 1. April 2026 wird ein bundesweites Lungenkrebs‑Screening für starke Raucherinnen und Raucher als neue Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland eingeführt. Teilnehmen können Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre ohne längere Unterbrechung rauchten, mindestes 15 Packungsjahre* erreicht haben und aktuell rauchen oder vor weniger als zehn Jahren aufgehört haben. Vor der Teilnahme ist eine ärztliche Beratung durch Allgemeinmediziner*innen  oder Internist*innen erforderlich, in deren Rahmen die Voraussetzung für eine Screening-Teilnahme geprüft wird. Anschließend erfolgt die Überweisung zur Untersuchung an die Radiologie. Ärztinnen und Ärzte, die die Voraussetzungen bei den Versicherten prüfen, müssen sich für das neue Programm zunächst qualifizieren. Auch die teilnehmenden Radiologinnen bzw. Radiologen benötigen eine spezielle Fortbildung und müssen ihre Qualifikation nachweisen, bevor sie die erforderliche Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten. Das Angebot des neuen Lungen-Screenings wird daher ab dem 1. April 2026 nicht sofort flächendeckend verfügbar sein.

Wie funktioniert das Screening

Ziel ist es, Lungenkrebs bei Menschen mit erhöhtem Risiko möglichst früh zu identifizieren. Die Untersuchung erfolgt mittels jährlicher Niedrigdosis‑Computertomographie (CT)-Aufnahmen der Lunge. Anhand dieser Methode können Tumoren bereits in sehr frühen Stadien erkannt werden; oft noch bevor Beschwerden auftreten. Internationale Studien zeigen, dass dadurch die lungenkrebsbedingte Sterblichkeit gesenkt werden kann. Gleichzeitig können im Rahmen des Screenings aber auch unklare Befunde auftreten, die weitere Untersuchungen erforderlich machen. Zudem ist die Screening-Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden. Daher ist dieses neue Früherkennungsprogramm nur für Menschen mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko sinnvoll.

Das Lungenkrebs-Screening selbst kann Lungenkrebs nicht verhindern, aber es kann die Prognose bei Früherkennung der Erkrankung deutlich verbessern. Die wirksamste Maßnahme zur Senkung des persönlichen Risikos bleibt nach Einschätzung aller Fachleute ein konsequenter Rauchstopp.

 

*Packungsjahre: Zahl der pro Tag gerauchten Zigarettenpackungen multipliziert mit der Zahl der Raucherjahre

Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zum aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.

 

Quellen

[1] Startschuss zum Lungenkrebsscreening in Deutschland – was heißt das? Virtuelle Pressekonferenz der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) am 27.03.2026

[2] Neues Lungenkrebs-Screening für starke Raucherinnen und Raucher startet zum 1. April. Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vom 26.03.2026, https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/neues-lungenkrebs-screening-fuer-starke-raucherinnen-und-raucher-startet-zum-1-april, letzter Aufruf 27.03.2026

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Zuletzt aufgerufen am: 17.04.2026 13:35